Neues aus unserer Sammlung: Die Pension Deutsches Haus in Meran

Werbeprospekt der Pension Deutsches Haus in Meran, Anfang 20. Jh., mit einem Foto des Hauses flankiert von den Initialen der Besitzerin „M H“ für Marie Hampl.

Werbeprospekt der Pension Deutsches Haus in Meran, Anfang 20. Jh., mit einem Foto des Hauses flankiert von den Initialen der Besitzerin „M H“ für Marie Hampl.

Dank einer Nachfrage des Frauenarchivs Bozen zu Frau Marie Hampl habe ich in unserem Depot gestöbert.

Ich fand nicht nur ein Kochbuch mit handgeschriebenen Rezepten und vielen eingelegten Zetteln, das auf der ersten Seite den Eintrag „Marie Hampl Pens. Sandhof“ trägt, sondern zwei weitere. Eines trägt den Eintrag „Marie Petrmichel Deutsches Haus“ und eines enthält viele Zettel und Briefe an Frau Hampl mit Rezepten und lieben Grüßen an ihre Mutter.

Frau Marie Hampl, geborene Petrmichel, meist aber Petermichl geschrieben, führte seit ca. 1895 die Pension Deutsches Haus in Meran an der Winterpromenade, die sie 1902 auch kaufte. Sie übernahm die Pension von ihrer Mutter, Louisa Petermichl, geborene Klička, die seit ca. 1866 im Haus war, zuerst als „Hausbesorgerin“ oder „Haushälterin“, dann als „Wirtin“.

All dies erfährt man aus dem „Fremdenbuch“ der Pension Deutsches Haus, das sich dank der Dauerleihgabe von Herrn Eberlin in unserer Sammlung befindet. Die handschriftlichen Einträge der Gäste vermitteln ein wirklich lebendiges Bild des Pensionslebens aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.

4083291blogHier erzählen die Gäste sehr viel über sich selbst und über ihre Beziehung zur „liebenwürdigen, aufmerksamen, umsichtigen Wirtin“, Frau Louisa Petermichl. Gäste aus Böhmen freuen sich, bei einer Landsmännin wohnen zu dürfen, für Gäste aus Polen, die aus gesundheitlichen Gründen öfters ins Ausland reisen mussten und sich bereits zum sechsten Mal einquartierten, wurde die Pension eine zweite Heimat. Während ihres Aufenthaltes zählten sie gar 28 Landsleute im Haus.

“An der Tafel des Hauses sieht man oft vereint Gäste aus aller Herren Länder u. Reichen. Manchmal herrscht ein Sprachengewirr, gar bunt. Mein liebes Deutsch tritt bescheiden in den Hintergrund.” reimt ein anderer Gast 1895 ins Fremdenbuch.

Leider wurden die Gästebücher später eher zu Gäste – Listen, mit Ankunfts- und Abreisetag, Geburtsdatum und Wohnort, wo die persönlichen Mitteilungen leider meist fehlen.

Für alle, die wieder mal Kurrentschrift lesen möchten, hier der Eintrag der Gäste aus Böhmen.

Viel Spaß! ;-)))

Karin Maringgele

 

 

Reise durch die Zeit

Schloss Trauttmansdorff ist ein Ort des permanenten Entdeckens. Jedes Mal, wenn ich durch die hängende, mit Blumen ausgeschmückte Brücke zu den Administrationsräumen des Touriseums hinaufgehe, bietet sich mir eine  gewaltige Erscheinung: die kleine, stille Burg empfängt mich mit ihren steilen Treppen und von Efeu umwucherten Balkonen. Jeden Tag finde ich eine neue bezaubernde Ansicht, einen neuen neogotischen Spitzbogen, eine neue Form und ich bleibe mindestens eine Minute still im Gang stehen, in Gedanken versunken. Es gibt Orte, in denen der Wind der Geschichte ständig weht. Und es gibt Personen- wie die Mitarbeiter im Touriseum- die in der Lage sind, die vergangenen Ereignisse dem Publikum auf lebendige Weise zu vermitteln und etwas Neues zu schaffen. Als Kunstgeschichtestudentin freue ich mich immer, wenn ich sehe, dass eine neue kuratorische Methode entwickelt und mit der Raumgestaltung und Objektepositionierung experimentiert wird. Man könnte sich fragen, ob ein sehr modernes Konzept der Ausstellungsgestaltung, das sich vieler medialer Zubehöre bedient, mit dem historistisch umgebauten Schloss harmonisch zusammenleben kann. Man könnte in der Tat meinen, dass die historisierenden und auch ein bisschen romantisierenden Absichten des letzten Schlossherrn, Friedrich von Deuster, mit der aktuellen Technologie des Museums überhaupt nicht vereinbar sind. Das denke ich aber nicht. Meiner Meinung nach steht das heutige Anliegen dem ehemaligen sehr nah, und zwar etwas Vergangenes wieder zu beleben und sichtbar zu machen. Die blauen Koffer des Touriseums sind also zu Bestandteilen des Schlossgeländes geworden und führen den Besucher bis zum Innenhof. An den Wänden im unteren Treppenhaus leiten die Zitate von wichtigen Persönlichkeiten über den Tourismus- zum Teil sehr ernst, zum Teil sehr ironisch- das Thema ein und zeigen die Vielfalt an Aussagen, die diesbezüglich formuliert werden können. Bevor ich die Dauerausstellung  des Touriseums besucht habe, kannte ich einen wichtigen Teil der Vergangenheit nicht, ich hatte keine Ahnung von dem, was zum heutigen Tourismusbetrieb geführt und welche Konsequenzen eine solche Entwicklung für das tägliche Leben hervorgebracht hat.

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Da es sich um einen Bereich handelt, der sich ständig weiterentwickelt, müssen die Leute, die sich damit beschäftigen immer informiert sein und sich auf dem Laufenden halten. Das hat mir besonders gut gefallen, denn ich habe Menschen kennengelernt, die genau aus diesem Grunde sehr weltoffen sind und Freude an ihrer Arbeit haben.

Meine Aufgaben hier waren die verschiedensten – ich habe an der Rezeption mitgeholfen, in der Bibliothek Informationen für die nächste Sonderausstellung recherchiert, Postkarten und Prospekte inventarisiert, Bilder eingescannt, Texte übersetzt, etc. Ich habe viel gelernt und alles wurde mir jedes Mal mit netten Worten erklärt.

Zum Schluss möchte ich hinzufügen, dass Museen  Institutionen sind, die einen enormen kulturellen Beitrag leisten und die versuchen, Inhalte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Daher sollte man nie vergessen, wie viele Überlegungen und Arbeit hinter einer Ausstellung stecken und jede Möglichkeit ausnützen, am kulturellen Leben teilzunehmen.

Ich empfehle allen Reisenden, die den eigenen Horizont erweitern möchten, das Touriseum zu besuchen.

Herzlichen Dank an alle, die zum guten Gelingen meines Praktikums beigetragen haben,

Francesca

Frische Luft, schöne Aussicht und hohe Berge: Das verbinden Touristen/-innen mit Alpin- bzw. Bergpässen

Woran denken Südtirol-Reisende als erstes, wenn sie mit Alpin- bzw. Bergpässen konfrontiert werden? Anhand einer örtlichen Umfrage in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff hat der Praktikant Simon Dietl versucht, dies herauszufinden.

Im Rahmen der im Jahr 2017 stattfindenden Ausstellung „Auf die Pässe, fertig, los!“ des Südtiroler Landesmuseums für Tourismus – Touriseum führte der Praktikant Simon Dietl unter den Besucher/-innen der Gärten von Schloss Trauttmansdorff eine Umfrage zur Wahrnehmung von Alpin- bzw. Bergpässen durch. Dabei versuchte er, herauszufinden, welche Wörter, Empfindungen und Erfahrungen Touristen/-innen mit Pässen assoziieren. Das Ergebnis der Umfrage: Die Mehrheit der befragten Touristen/-innen verknüpfte mit Alpin- bzw. Bergpässen natürliche oder immaterielle Begrifflichkeiten, wie beispielsweise Luftreinheit, Aussicht, Berg, Prächtigkeit, Ruhe und Gelassenheit, wohingegen nur wenige auf Begriffe des Verkehrswesens, wie etwa Straßen, Fahrzeuge oder Verkehr verwiesen.

Bei ihren Assoziationen berief sich die Mehrheit der Befragten auf spezifische persönliche Erfahrungen. Nur wenige konnten sich an keine erlebten Erfahrungen erinnern, verwiesen demnach also auf eine Allgemeinheit der gesammelten Erfahrungen. Letztere lassen sich allerdings nicht geografisch eingrenzen, da die befragten Touristen/-innen sehr viele verschiedene Pässe besichtigten und zwar verstreut auf den gesamten mitteleuropäischen Alpenraum.

Schlagwörter

Die Gesamtheit der befragten Touristen/-innen stammte aus dem mitteleuropäischen Raum: Zu den signifikantesten Herkunftsländern zählten laut der durchgeführten Umfrage der Reihenfolge nach Deutschland, Italien, England, die Schweiz, Österreich und Belgien. Im Hinblick auf die geografische Streuung der befragten Touristen/-innen innerhalb eines Landes kann man festhalten, dass die Mehrheit derselben aus Ortschaften in relativer Nähe zum Alpenraum stammte. Das Durchschnittsalter der befragten Touristen/-innen betrug rund 65 Jahre und die Altersspannweite 47 Jahre.

(sd)

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Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage zu den Alpin- resp. Bergpässen

von Simon Dietl

Anlässlich der im nächsten Jahr stattfindenden Ausstellung „Auf die Pässe, fertig, los!“ des Südtiroler Landesmuseums für Tourismus – Touriseum hat der Praktikant  Simon Dietl in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff eine Umfrage zu Alpin- resp. Bergpässe durchgeführt, bei der die empirischen Begleiterscheinungen von befragten Touristen/-innen zu denselben – einerseits anhand von aussagekräftigen Schlagworten, andererseits mittels mitgeteilter persönlicher Erfahrungen – als Vorbereitung für die Organisation ebendieser Ausstellung stichprobenartig festgehalten wurden.

Simon

Das Instrument der Umfrage war eine vom Praktikanten Simon Dietl konzipierte Tabelle, anhand derer die Touristen/-innen nach ihrer Herkunft, ihrem Alter, fünf für sie greifbare, konkrete Begrifflichkeiten sowie ihren persönlichen Erfahrungen im Hinblick auf Alpin- resp. Bergpässe befragt wurden. Die Anzahl der befragten Touristen/-innen lässt sich auf schätzungsweise 65 Personen datieren, obgleich nur 30 davon dazu bereit waren, Informationen im Hinblick auf ihre Wahrnehmung von Alpin- resp. Bergpässe zu offenbaren und mithin an der Umfrage teilzunehmen.

Von den gesamten befragten Touristen/-innen stammen 16 aus Deutschland, sieben aus Italien, drei aus England, zwei aus der Schweiz und jeweils einer aus Österreich und aus Belgien. Das arithmetisch-numerische Durchschnittsalter der befragten Touristen/-innen beträgt 64,7 Jahre und die Altersspannweite beträgt 47 Jahre ausgehend von einem Höchstalter von 83 Jahren und einem Mindestalter von 36 Jahren.

Der durchschnittlich befragte Tourist aus Deutschland ist 56,97 Jahre alt und die Altersspannweite beläuft sich hierbei auf 44 Jahre, und zwar ausgehend von einem Höchstalter von 83 Jahren und einem Mindestalter von 36 Jahren. Auffallend ist bei der Auswertung der mit Alpin- resp. Bergpässe verbundenen Konnotationen von deutschen Touristen/-innen die Dominanz der Begrifflichkeiten der Natur mit einer numerischen Häufigkeit von 32: Während man meinen könnte, dass mit Pässen eher Straßen, Fahrzeuge oder Verkehr assoziiert wird, verbinden die befragten Deutschen mit einer relativen Häufigkeit damit eher Begrifflichkeiten der Natur. Die drei in diesem Zusammenhang am häufigsten vorkommenden Begriffe der natürlichen Gegebenheiten sind Luftreinheit, Berg und Sonnenschein und die am häufigsten gezählten Tätigkeiten in der Natur sind Wanderung, Skifahrt und Skilanglauf.
Im Hinblick auf die Auswertung von persönlichen Erfahrungen auf Alpin- resp. Bergpässen lässt sich konstatieren, dass von den befragten Touristen/-innen aus Deutschland sechs keine nennenswerten Erfahrungen an Pässen gemacht, fünf eine spezifische Erfahrung erlebt haben und fünf sich an keine spezifische Erfahrung erinnern, aber ihre Erfahrungen an Alpin- resp. Bergpässe im Allgemeinen zusammenfassend darlegen können. Zusätzlich dazu lässt sich aus der erzielten Stichprobe herauslesen, dass der Großteil der befragten deutschen Touristen/-innen der Gärten von Schloss Trauttmansdorff aus dem Süden und dem Westen Deutschlands stammt. Die in dieser Hinsicht vier signifikantesten Bundesländer sind Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

GeoHerkunft

Der durchschnittlich befragte italienische Tourist ist 53 Jahre alt und die Altersspannweite beläuft sich hierbei auf 33 Jahre, ausgehend von einem Höchstalter von 73 Jahren und einem Mindestalter von 40 Jahren. Interessant bei der Auswertung ist das Faktum, dass alle sieben befragten Touristen/-innen mit Ausnahme einer Person Alpin- resp. Bergpässe absolut nicht mit dem Verkehrswesen in Verbindung bringen, sondern entweder auf Begrifflichkeiten der Natur oder auf immaterielle Werte verweisen. Die drei häufigsten Begrifflichkeiten der Natur sind erneut Luftreinheit, Panorama und Schnee. Anders als die deutschen Touristen/-innen verbinden die befragten Italiener Alpin- bzw. Bergpässe nicht mit Tätigkeiten in der Natur. Mithin hat keiner der befragten italienischen Touristen/-innen zum Zeitpunkt der Durchführung der Umfrage Substantive, wie beispielsweise Wanderung, Skifahrt oder Radtour als Konnotationen angeführt.
Im Hinblick auf die Auswertung der persönlichen Erfahrungen von italienischen Touristen/-innen an Alpin- resp. Bergpässen kann man festhalten, dass von den sieben befragten italienischen Touristen/-innen vier keine nennenswerten persönlichen Erfahrungen und zwei eine spezifische Erfahrung an einem bestimmten Pass gemacht haben, wohingegen einer sich an keine spezifische Erfahrung erinnert, aber trotzdem auf seine allgemeine Erfahrung bezüglich der Alpin- und Bergpässe verweist.

Das Durchschnittsalter der befragten englischen Touristen/-innen beträgt 62,67 Jahre und die Altersspannweite beläuft sich hierbei auf 18 Jahre, ausgehend von einem Höchstalter von 73 Jahren und einem Mindestalter von 55 Jahren. Auffallend ist bei der Auswertung der Ergebnisse der Umfrage die Korrelation im Hinblick auf die konnotative Wahrnehmung zu Alpin- resp. Bergpässen von italienisch- und englischsprachigen Touristen/-innen. Die befragten Touristen/-innen beider Sprachgruppen assoziieren mit Alpin- resp. Bergpässen entweder natürliche oder immaterielle Begrifflichkeiten, ohne dabei an die Tätigkeiten in der Natur zu denken. Die in dieser Hinsicht am häufigsten angeführten Begrifflichkeiten der Natur sind Landschaftspflege, Luftreinheit und Sonnenschein.
Bezug nehmend auf die gesammelten persönlichen Erfahrungen von englischsprachigen Touristen/-innen an Alpin- resp. Bergpässen, konstatiert der Praktikant mit einer gewissen Verblüffung, dass jeder/jede der befragten Touristen/-innen sich an persönliche Erfahrungen an Pässen erinnern kann. Alle befragten Personen haben entweder eine spezifische persönliche Erfahrung erläutert oder ausgehend von allen gemachten Erfahrungen auf eine empirische Allgemeinheit verwiesen.

Aufgrund der numerischen Beschränktheit der Touristen/-innen aus den Herkunftsländern Schweiz, Österreich und Belgien sowie der Wichtigkeit bezüglich des zielführenden Charakters der schriftlichen Auswertung der Umfrage zu den Alpin- und Bergpässen hat sich der Praktikant dazu entschieden, ebendiese Staaten unter dem Sammelbegriff „andere europäische Länder“ zusammenzufassen.
Der/die durchschnittliche Tourist/-in aus der Kategorie „andere europäische Länder“ ist 70,83 Jahre alt und die Altersspannweise beläuft sich hierbei auf 18 Jahre, und zwar ausgehend von einem Höchstalter von 83 Jahren und einem Mindestalter von 65 Jahren. Nennenswert ist bei der Auswertung der Umfrage zu Alpin- resp. Bergpässen die ambivalente Wahrnehmung derselben von Touristen/-innen aus der Kategorie „andere europäische Länder“: Wohingegen die befragten Touristen/-innen aus der Schweiz und aus Belgien Alpin- resp. Bergpässe eher mit Begrifflichkeiten der Natur in Verbindung bringen, assoziiert der/die Tourist/-in aus Österreich damit eher Begriffe des Verkehrswesens. Die in dieser Hinsicht am häufigsten vorkommenden Begrifflichkeiten der Natur sind Luftreinheit, Aussicht und Schnee und die signifikantesten Begriffe des Verkehrswesens sind Kurve, Verkehrsanbindung und Verkehrsintensität.
In Bezug auf die Auswertung von persönlichen Erfahrungen von Touristen/-innen aus der Kategorie „andere europäische Länder“ kann man feststellen, dass jeder der befragten Touristen/-innen persönliche Erfahrungen an Pässen preisgegeben hat. Drei Touristen/-innen aus der Kategorie „andere europäische Länder“ haben entweder eine spezifische, positiv oder negativ konnotierte Erfahrung an einem bestimmten Pass zusammenfassend geschildert oder ausgehend von ihrer subjektiven Wahrnehmung an verschiedenen Pässen auf eine Allgemeinheit verwiesen.

Abschließend und in Anbetracht der erlangten Impressionen, Informationen und Erfahrungen der befragten Touristen/-innen aus diversen europäischen Herkunftsländern im Hinblick auf ihre empirische Wahrnehmung von Alpin- resp. Bergpässen konstatiert der Praktikant, dass die drei mit Abstand größten Herkunftsländer der die Gärten von Schloss Trauttmansdorff besuchenden Touristen/-innen Deutschland, Italien und England sind, obgleich auch Touristen/-innen aus Österreich, Belgien und der Schweiz zu Besuchern zählen. Zusätzlich dazu kann schlussbetrachtend festhalten werden, dass die gesamten Touristen/-innen ausgehend von der Analyse des Durchschnittsalters der 30 befragten Touristen/-innen, tendenziell einer hohen Altersgruppe angehören. Die Sprachgruppen der Touristen/-innen betreffend, kann man eine Dominanz von natürlichen Begrifflichkeiten bei deutschen Touristen/-innen, eine Dominanz von natürlichen und immateriellen Begriffen der italienischen Touristen/-innen, eine Korrelation im Hinblick auf die Wahrnehmung von Alpin- resp. Bergpässen zwischen italienischen und englischen Touristen/-innen und eine ambivalente Wahrnehmung von Alpin- resp. Bergpässe bei Touristen/-innen aus anderen europäischen Herkunftsländern konstatieren.

Betriebspraktikum im Touriseum

Das für alle Schüler/-innen der dritten und vierten Klassen der Fachoberschule für Tourismus und Biotechnologie FOS Meran verbindliche Betriebspraktikum vom 06. Juni – 17. Juni 2016 hat mir trotz meiner distinguierten Art und meiner hohen Erwartungen sehr gut gefallen.

Als ich am Montag, den 06. Juni um 8:15 Uhr meine curriculuminterne Praktikumstätigkeit antrat, wurde ich bereits im dritten Stock des Touriseums empfangen, den Mitarbeitern/-innen nacheinander vorgestellt und in meinen Arbeitsplatz eingewiesen. Im Verlauf meines Praktikums arbeitete ich an einem separaten, sich im Büro der Mitarbeiterin Ruth Engl befindenden Schreibtisch in der örtlichen Bibliothek. Die mir für die Erfüllung der zu verrichtenden bürokratischen und archivischen Tätigkeiten zur Verfügung gestellten Hilfsmittel waren ein Mac Desktop-Computer, zahlreiche Schreibutensilien und DIN-A4-Blätter sowie ein relativ großer Schreibtisch. Zum Zeitpunkt meiner Ankunft im Büro der Mitarbeiterin Ruth Engl konstatierte ich aufgrund von negativ konnotierten persönlichen Erfahrungen an einer anderen Praktikumsstelle die Sauberkeit, Ordnung und mithin Angemessenheit meines Arbeitsplatzes mit einer gewissen Genugtuung. Dadurch konnte ich sofort nach der anfänglichen Einführung mit der Abarbeitung der zu verrichtenden Tätigkeiten beginnen, und zwar mit der computergestützten Erstellung einer Verteilerliste anhand des Programms Microsoft Excel 2011 sowie der Durchführung einer Internetrecherche zu Museen und Ausstellungen über Alpin- resp. Bergpässe. Sowohl der polygonale Schreibtisch als auch der dazugehörende Schreibtischstuhl ermöglichten mir ein stundenlandes ergonomisches Sitzen und trugen so dazu bei, dass ich den Arbeitsplatz nie mit Rückenschmerzen verlassen musste.

Während meines Praktikums hatte ich regen Kontakt zu deutsch- resp. italienischsprachigen Mitarbeitern/-innen, die stets einen freundlichen Umgangston pflegten, sich an das im Touriseum geltende Reglement hielten und durch ihr leicht erkennbares Interesse am Tourismus des gesamten Alpenraumes sowie dessen Wandel im Lauf der Jahrhunderte für eine angenehme und förderliche Arbeitsatmosphäre sorgten, von der ich als arbeitswilliger, interessierter Praktikant sehr profitieren konnte. Besonders vernommen habe ich das fundierte Interesse einiger Mitarbeiter/-innen bei der Besichtigung von geschenkten Objekten zweier Mitarbeiterinnen vonseiten Dritter: Als die Mitarbeiterin Dr. Karin Maringgele der Mitarbeiterin Ruth Engl den neu aufgenommenen, beschichteten Picknickkoffer Englands des 19. Jahrhunderts zeigte, bezeichnete letztere denselben als „einfach entzückend“, wobei ihrer Stimme diesbezüglich eine euphorische Begeisterung zu entnehmen war. Das Arbeitsverhältnis zwischen mir als Praktikanten und den im Touriseum arbeitenden Mitarbeitern/-innen basierte nicht auf dem Prinzip der kategorischen Über- resp. Unterordnung, sondern es war geprägt von Wertschätzung, Achtung und Respekt. Letzterer wichtiger Aspekt lässt sich nicht nur empirisch, sondern auch sprachlich zweifellos belegen: So verwendete die Mitarbeiterin Evelyn Reso Ph.D. nämlich ausnahmslos die konditionale Form des Verbs können, als sie mir Arbeitsaufträge gab und bat mich in dieser Hinsicht immer fragend, ob ich beispielsweise eine Recherche zum Thema „Automobilbekleidung und Mode“ anstellten könnte.

Simon

Ungeachtet des Faktums, dass ich mir im Zuge der Absolvierung meiner Praktikumstätigkeit ein Büro mit der Mitarbeiterin Ruth Engl teilte, wurde ich von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Evelyn Reso Ph.D. betreut, die bereits vor neun Jahren während ihres Bachelorstudiums der Europäischen Ethnologie im Touriseum zu arbeiten begann und demnach mit den örtlichen Räumlichkeiten, der Organisation und dem Aufgabenbereich äußerst vertraut ist. Zwar hat die Mitarbeiterin ein separates Büro, aber dennoch war dies für sie kein Hindernis für ihre ständige Unterstützung beim Auftritt von Fragen, Unsicherheiten oder Fehlern. Evelyn Reso Ph.D. war trotz ihrer Vollzeitbeschäftigung ständig darauf bedacht, mir bei etwaig auftretenden Komplikationen zielführend zu helfen: Dementsprechend unterstützte sie mich beispielsweise bei der Durchführung einer computergestützten Recherche zu Museen und Ausstellungen über Alpin- resp. Bergpässen und gab mir wichtige Informationen sowohl im Hinblick auf die Konzeption und die Auswertung eines Umfragebogens über die Konnotationen von Touristen/-innen zu Alpin- resp. Bergpässen als auch in Bezug auf die Verfassung eines sprachlich ansprechenden Pressetextes für die Homepage. Abgesehen von ihrer Hilfsbereitschaft, ihrer Höflichkeit und ihrer fachlichen Versiertheit versuchte sie stets, meinen Arbeitsalltag so abwechslungsreich und spannend wie möglich zu halten: Von der konzeptuellen Erstellung einer Verteilerliste bis hin zur Durchführung zahlreicher wissenschaftlicher Recherchen im Internet waren meine Tätigkeiten sonach sehr unterschiedlich, verschiedene Kompetenzbereiche abdeckend und interessant. Zusätzlich dazu sorgte die Mitarbeiterin Evelyn Reso Ph.D. ständig dafür, dass mir in den zwei Wochen meines Betriebspraktikums so viele Einblicke wie möglich gewährt wurden – und das mit Erfolg: Während meines relativ kurzen, aber aufschlussreichen Aufenthalts habe ich Einblicke in die verschiedenen Räumlichkeiten des Touriseums (Empfangsbereich, Räume/Ausstellungen, Remise), in das Bibliothekswesens und das Archiv, in die Rezeption, in die Fülle der wissenschaftlichen Forschungsschriften und Publikationen sowie in die Pflanzenwelt und die organisatorische Einteilung der verschiedenen Abschnitte der Gärten von Schloss Trauttmansdorff erhalten.

In konklusiver Anbetracht der obig erläuterten Beobachtungen, Zustände und Fakten konstatiere ich die Wahl des Touriseums als Anlaufstelle meines curriculuminternen Betriebspraktikums retrospektiv betrachtet mit einer gewissen Zufriedenheit. Da mir mein Betriebspraktikum im Touriseum aufgrund des mir zugewiesenen sauberen und ordentlichen Arbeitsplatzes, der Höflichkeit, Freundlichkeit und fachlichen Kompetenz der Mitarbeiter/-innen, der angenehmen Arbeitsatmosphäre, des positiven Arbeitsverhältnisses zu den einzelnen Mitarbeitern/-innen, der fachlich kompetenten Betreuung und meines abwechslungsreichen Arbeitsalltages sehr gut gefallen hat, intendiere ich, ein erneutes, allerdings extracurriculares Praktikum im Touriseum im Juli des Jahres 2016 anzutreten.

Simon Dietl

Praktikant im Touriseum

Mein Praktikum im Touriseum

Im Frühjahr 2016 durfte ich als Studentin aus Deutschland für mein Studium der Archäologie – Geschichte – Landschaft/ Kunstgeschichte ein Praktikum in Südtirol im Schloss Trauttmansdorff absolvieren.

Ich hatte das Glück, dass meine drei Wochen Praktikum vom 12. März bis 01.April 2016 in die Zeit rund um die Eröffnung des Museums nach dem Winterschlaf gefallen sind. Es war sehr interessant und spannend zu erfahren, wie sich die zur Wiedereröffnung notwendigen Schritte vor einer neuen Saison in einem Museum gestalten, wieviel Arbeit und organisatorisches Geschick sich dahinter verbergen. So durfte ich bei der Vorbereitung der Pressemappen oder beim letzten Check der neuen Sonderausstellung, der Audio-Lounge, in der den Besuchern die Veränderung des Hotelwesens und des Tourismus in den letzten Jahrzehnten nähergebracht wird, helfen.

Andere interessante Aufgaben kamen auch auf mich zu: Ich habe dabei geholfen, Ordner voll mit Fotos und Dias, z. B. Städte- und Landschaftsaufnahmen, zu sichten und zu beschreiben und nach Themen zu ordnen, damit sie archiviert werden konnten und für Jedermann durch Inhaltslisten schnell zugänglich sind. Ich muss zugeben, das war zwar eine sehr trockene Aufgabe, aber es hat mir trotzdem gefallen. Dadurch hab ich nämlich wunderschöne, zum Teil auch sehr alte Darstellungen von Südtirol sehen dürfen.

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Spaß gemacht haben auch mehrere Einsätze an der Rezeption. Dort habe ich den internationalen Besuchern in mehreren Sprachen erklären können, was man im Museum alles erfahren und sehen kann. Manchmal habe ich auch Souvenirs verkauft.

Der Sport kam unbeabsichtigt und automatisch dabei auch nicht zu kurz. So musste ich jeden Morgen viele Treppenstufen hinauf zu den Büros laufen, welche sich im dritten Stock des Schlosses befinden, oder die Bilder zwischen Büros und dem Depot, welches sich außerhalb des Geländes befindet, hin und her tragen. Der PC im Depot streikte permanent und es gab technische Schwierigkeiten. So kamen einige Joggingmeter zusammen.

Alle Mitarbeiter waren super nett. Jeden Tag konnte ich voller Freude und Lust zur Arbeit im Schloss Trauttmansdorff fahren. Mich erwartete immer eine super Stimmung.

Da ich auch super Glück mit dem Wetter hatte, habe ich meine Mittagspause in der warmen Frühlingssonne immer draußen im wunderschönen Garten des Schlosses verbracht. Am Anfang meines Praktikums hatte ich all die schönen Blumen und Bäume fast für mich allein, da noch keine Gäste da waren. Nur die Gärtner kamen ab und zu vorbei, um auch hier die letzten Vorbereitungen für den Saisonstart zu erledigen. Ich fühlte mich wie in einem Paradies und auch als der Garten dann für Besucher geöffnet war, fand ich doch immer einen ruhigen Platz für meine Pause.

Die drei Wochen gingen leider viel zu schnell vorbei. Wie im Flug vergingen die Tage ohne Langeweile mit MEGA-SPASS und am letzten Tag war mein Gefühl so, als ob ich gerade erst angekommen wäre. Traurig war ich und hätte sehr gerne noch länger im Touriseum bleiben wollen. Doch zu Hause wartet die Uni mit dem neuen Semester auf mich.

Franziska Franik, Münster

Einblicke ins Touriseum

Am 22. Februar 2016 habe ich im Touriseum mein Praktikum angefangen. Dieses war sehr interessant, ich bin glücklich, dass meine Lehrerin diese Praktikumsstelle für mich gefunden hat und dass ich meine erste Arbeitserfahrung im Touriseum gemacht habe.

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Die Kollegen waren sehr nett mit mir und immer bereit, mir zu helfen. Bei diesem Praktikum habe ich auch viel gelernt, gemacht und geholfen. Ich habe viele Fotos gescannt, Bücher kunststoffbeschichtet, Tabellen in Excel gemacht und Arbeiten für die Schüler vorbereitet, die einen Ausflug ins Touriseum machten.

Ich bin noch nie im Touriseum gewesen und so habe ich die Möglichkeit zu einer Besichtigungstour gehabt, es war interessant.

Am Anfang war ich nervös, aber dann habe ich verstanden, dass es unnütz war, weil ich keinen Grund gehabt habe.

Ich danke allen vom Touriseum für diese Erfahrung und für die Sympathie, mit der sie mich empfangen haben.

Claudia De Demo, Schülerin der Scuola Professionale Provinciale per l’Artigianato, l’Industria e il Commercio “Guglielmo Marconi” in Meran

Zu Besuch im Touriseum

Schon auf dem Weg zum Touriseum machten wir erste Bekanntschaften mit dem Tourismus: Wir fuhren nämlich mit dem Bus zum Museum. Nach der Anreise kamen wir bis in den Vorhof von Schloss Trauttmansdorff, wo das Museum zur Geschichte des Tourismus in Südtirol untergebracht ist. Dort konnten wir ein Stück unseres Brotes essen. Vorher waren wir über eine Brücke gegangen und hatten ein Gruppenfoto geschossen.

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Wir erklommen die vielen Stiegen, welche uns zum eigentlichen Museum führten. Oben angekommen, mussten wir einen Button auswählen. Es gab zwei verschiedene und entsprechend wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Noch schnell die Rucksäcke abgelegt und los ging es. Wieder mussten wir einige Stiegen erklimmen. Danach gelangten wir in einen Dachraum. Dort gab uns Frau Engl Gepäckskarten im alten Design, auf die wir Informationen schreiben konnten.

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Anschließend machten wir zu zweit uns auf eine Entdeckungstour durch das Museum. Dort waren wir fast allein! Was uns besonders gefiel, dort konnten wir unsere Karte „verstecken“. In der Gruppe und in Begleitung von Frau Engl wiederholten wir den Rundgang durchs Museum. Dort, wo eine Karte lag, gab sie uns genauere Informationen.

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Nach dem Beuch im Touriseum bestaunten wir noch kurz die Gärten von Trauttmannsdorff. Dort gab es eine Weile Pause. Nach einiger Zeit trafen wir uns wieder und traten die „Heimreise“ an. Noch schnell ein kleines Souvenir geholt und dann ab nach Hause. Und zwar mit dem Bus!

Max Kofler, 1B Mittelschule Naturns

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Eindrücke vom Touriseum

Der 11. Juni 2015… das Schuljahr schon abgeschlossen. Bereits wunderschönes Wetter und angenehm warme Temperaturen.  Nicht mehr lange und die Sommerferien stehen vor der Tür. Der Sommer ruft und hält schon vieles bereit. Die Vorfreude steigt mit jedem Tag. Doch bevor ich in den Sommer starte steht noch das Schulpraktikum auf dem Plan. Eine neue Gelegenheit die sich mir hier bietet. Ein zweiwöchiges Praktikum im Touriseum. Da die Zeit ein wenig knapp ist, versuche ich das Beste daraus zu machen und die kurze Zeit im Touriseum voll auszunutzen.

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Das Ambiente hier ist traumhaft schön. Das Touriseum befindet sich inmitten des botanischen Gartens von Schloss Trauttmansdorff. Hier ist man umgeben von imposanten Gartenanlagen und blühenden Wiesen.  Ein Arbeitsplatz mitten im Paradies. So mancher würde einen um dies beneiden.

Jeden Morgen begebe ich mich munter und gut gelaunt auf den Weg zum Touriseum. Jeden Tag warten neue Aufgaben und Herausforderungen, auf die ich gespannt bin. Nach einer etwas langwierigen Busfahrt und unzähligen Stufen habe ich dann endlich mein Ziel erreicht. Als Praktikantin erlebt man das Touriseum ganz anders, man kann es aus einem neuen, bisher unbekannten Winkel betrachten. Es öffnet eine völlig neue Welt. Einen Einblick hinter die Kulissen.

Einen Einblick, der den Besuchern verwehrt bleibt. Das Praktikum ist eine gute Chance und eine super Gelegenheit, um sich auf die Arbeitswelt ein bisschen besser einstellen zu können. Hier heißt es: Neue Dinge sehen, Neues lernen. Die Welt der Arbeit erkunden. Ja, dafür ist das Touriseum der ideale Ort.

Hier lernt man viel über die Geschichte Südtirols und über die Entwicklung des Tourismus. Über die Auswirkungen des Tourismus auf unser Land und noch vieles mehr. Wir durften an Führungen im Touriseum teilnehmen und in die Arbeit an der Rezeption und in der Verwaltung hineinschnuppern. Wir hatten immer viel Abwechslung, von Langeweile war keine Spur.

Die Mitarbeiter sind ein eingespieltes Team. Alle wirken zufrieden mit ihrem Beruf. Es herrscht ein sehr gutes Arbeitsklima und man merkt, dass hier alle motiviert bei der Sache sind. Jeder hat seinen Aufgabenbereich. Beweist jeden Tag Geduld und Können.

Ein freundlicher Empfang war für mich der perfekte Start in das Praktikum. Man hatte sofort das Gefühl, dass man willkommen ist und man fühlte sich hier gleich wohl. Hier hat man die Gelegenheit neue Menschen kennen zu lernen, ob Mitarbeiter oder Besucher des Museums.

Ich bin wirklich sehr froh darüber, dass ich mein Praktikum hier machen durfte, um neue Erfahrungen zu sammeln und meinen Horizont zu erweitern.

Corinna Staffler

Praktikantin im Museum

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Meine Erfahrungen im Touriseum

DSC_1345 DSC_1355Dienstag, 9. Juni 2015

Es ist 8:00 Uhr morgens.

Bei angenehmen 19°C mache ich mich, wie jeden Morgen der vergangenen Woche, auf den Weg ins Touriseum.

Sogleich begebe ich mich durch Tor Nr. 4 in den Schlosshof, um dann weiter in den Verwaltungsbereich des Schlosses zu gelangen: mit dem Aufzug in den zweiten Stock und dann die versteckte Wendeltreppe in den Sissi-Räumen hoch ins 3. Stockwerk, welches den Besuchern verwehrt bleibt und daher nur für Mitarbeiter und Befugte zugänglich ist.

Dort empfangen mich freundliche Gesichter und der Duft von gutem Kaffee, der zweifelsohne an einem Morgen Gold wert sein kann. (Obwohl ich morgens  zugegebenermaßen gar keinen Kaffee trinke…)

Nachdem ich, wie bis jetzt fast jeden Morgen, dankend eine Tasse Kaffee abgelehnt habe, gehe ich in mein Büro, das eigentlich mehr einer Schlossbibliothek ähnelt und starte meinen Computer.

Der Bildschirm ist so riesig, dass ich bei meiner eher “spärlichen“ Körpergröße gar nicht mehr darüber hinaus sehen kann, wenn ich mich direkt vor ihn setze.

Aber eigentlich brauche ich den PC sowieso fast nie. Ich beschäftige mich meistens mit alten Büchern aus dem Archiv, da ich für ein neues Projekt bzw. eine neue Ausstellung recherchieren darf.

Die Recherche-Arbeit gefällt mir bis dato sehr gut, denn die alten Bücher haben zweifellos ihren Reiz, besonders wenn man sie in der Atmosphäre eines (teilweise) mittelalterlichen Schlosses durchstöbern darf.

Die ersten schwachen Sonnenstrahlen bahnen sich bereits langsam den Weg zum Schloss und lassen die Gärten ringsum in ihren prächtigsten Farben erstrahlen – kurz gesagt: der Ausblick von hier ist wirklich erste Sahne, jeder andere Büroangestellte würde vermutlich platzen vor Neid.

Das Touriseum wird von einem regelrechten “Dream- Team“ geleitet,  jeder einzelne von Ihnen bereichert das Touriseum Tag für Tag mit seinen Ideen, Einfällen und Fähigkeiten: Der eine begeistert die Besucher durch seine lässige und sympathische Art, der andere dekoriert – mit dem richtigen Auge fürs Detail – zwischendurch den Empfangsbereich und Innenhof immer wieder mal um, damit alles stets einladend für Gäste und Besucher ist und der nächste zaubert jedem Eintretenden durch Witz und Humor ein Lächeln ins Gesicht. Was will man mehr?

Bereits die Hälfte meines zweiwöchigen Praktikums im Landesmuseum für Tourismus habe ich bisher hinter mir. Ich glaube, ein bisschen werde ich die Zeit hier im Touriseum schon vermissen, wenn ich am Freitag das letzte mal durch Tor Nr. 4 hinaus gehe, auch wenn mein Praktikum hier nur von (zu) kurzer Dauer war.

Ich habe hier in der vergangenen Woche vieles über die Kurstadt Meran, die Entwicklung des Tourismus und dessen Sonnen- und Schattenseiten, sowie natürlich auch eine Menge Berufstechnisches gelernt – zwei Wochen Intensivunterricht wären nichts im Vergleich dazu.

Nun, jetzt ist es aber bereits fast 9 Uhr. Ich sollte mich so langsam wieder dem Bücherregal an meiner Linken widmen, denn die Zeit vergeht hier leider Gottes wie im Flug.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen und der Empfehlung, das Touriseum auf jeden Fall zu Besuchen.

Innerhofer Johanna

Praktikantin im Touriseum

Alles ist anders

Bei unserer neuen Schulaktion zur Sonderausstellung „Tourismus & Krieg“ schlüpfen Jugendliche in die Rolle unterschiedlicher Zeitzeug/innen und berichten von deren Erlebnissen im Ersten Weltkrieg.

Hier die ersten Arbeiten der Mittelschule Deutschnofen: Herzlichen Glückwunsch zu den kreativen Ideen!

 

Liebes Tagebuch,                                   05.06.1915

neulich habe ich von meinem Vater erfahren, dass sich unser Gasthaus zwischen zwei Fronten befindet. Zuerst dachte ich, dass es doch nicht schlimm wäre, doch als mir meine Eltern erklärten, dass es eine große Gefahr für unsere Gäste und uns darstellt, wurde mir Angst und Bang.

Nun wissen wir nicht mehr weiter. Wenn wir unseren Gasthof weiterführen wollen, müssen wir mit der Gefahr rechnen, dass unser Gasthof bombardiert wird. Anderenfalls müssen wir unsere Heimat verlassen, wofür uns das Geld fehlt.

Die Stimmung in unserer Familie ist sehr schlecht.

Bitte hilf mir weiter!

Dein Hannes

Zensur

Liebes Tagebuch,

vor zwei Tagen rückten die Italiener ein. Sie wollten unsere Heimat einnehmen, aber wir Einwohner wehrten uns sehr.

Meine Frau, meine beiden Kinder und ich lebten plötzlich zwischen zwei Fronten.

Man hörte den ganzen Tag nur Schüsse. Es war fast nicht zu ertragen. Ich betete den ganzen Tag zu Gott, dass sie meine Hütte verschonen sollen. Gott stand mir bei und meine Hütte wurde nur ein bisschen beschädigt.

Dein Paul

Zensur

Liebes Tagebuch,                                                     16.05.1917

Heute werde ich von der russischen Front an die italienische Front verlegt. Dort werde ich im Dolomitenkrieg kämpfen. Der Gebirgskrieg war der schwierigste Krieg. Die Versorgung der Lebensmittel war sehr anstrengend auf die Dolomiten zu bringen. Man musste sich im Schnee und Eis eingraben. Es war schwer, die Verletzten abzutransportieren.

Luisl

Zensur

Liebes Tagebuch,

heute vermisse ich meinen Mann besonders; die Kinder fragen jeden Tag nach ihm und jedes Mal zerreißt es mir mein Herz aufs Neue.

Tommy hatte heute Geburtstag und ich hätte mir so sehr gewünscht, dass er heute gekommen wäre. Doch wie erwartet, kam er nicht. Tommy war enttäuscht und traurig. Es geht uns sehr schlecht, denn ich muss alleine für die Kinder sorgen und arbeiten. Das Geld reicht nicht für das Essen und die Schulausbildung der Kinder.

Ich hoffe Hubert kommt bald wieder zurück.

Deine Margareth

Zensur

Liebes Tagebuch,

heute Morgen wurden wir aus den Betten geholt und es wurde uns befohlen, Skifahren zu lernen. Wir bekamen warme Kleidung und Skier. Sie brachten uns hoch in die Berge, wo wir runterfahren sollten. Als ich auf die Ski stieg, fiel ich um und es wurde mir ganz mulmig. Nach ein paar Versuchen gelang es mir, wenn auch nur mit viel Mühe, auf den Skiern zu stehen und ins Tal zu schießen. Es machte mir riesigen Spaß!

Morgen erzähle ich dir weiter von meinen Abenteuern.

Zensur

Liebes Tagebuch,                                   Dienstag, 15.02.1917

Ich liege schon seit 6 Tagen im Lazarett. Die Schmerzen quälen mich sehr. Ich vermisse meine Familie, denke ständig an sie.

Wie lange muss ich mich hier noch quälen?

Ich liege hier und warum? Nur weil mir ein Russe auf die Brust schoss?

Ich hoffe, meine Soldaten sind noch am Leben und kämpfen tapfer weiter. Sie werden es schon schaffen!

Ich habe Glück, dass ich noch am Leben bin; ich weiß es sehr zu schätzen. Ich werde hier gut medizinisch versorgt. Es ist trotzdem eine schlimme Zeit!

Manfred

Zensur

Aus der Zeitung der Tiroler:

Sehr geehrtes Tiroler Volk,

gestern hat der Kriegsminister das ideale Last- und Tragetier gefunden: „Den Haflinger“. Er hat ideale Eigenschaften, ist stark, wendig und trittsicher.

Die k. u. k. Armee züchtet fleißig weitere Tiere.

Falls es Neues über die Haflinger gibt, informiert sie der „Tiroler“ gerne weiter!

Zensur

Liebe Maria,

wie du weißt, war ich im Krieg. Na ja, jedenfalls wurde ich verletzt und kann in ein Lazarett nach Meran. Es war vor dem Krieg ein Hotel. Die Berge, die netten Leute und die ganze Landschaft sind wunderschön. Nach dem Krieg müssen wir unbedingt hier Urlaub machen. Ich vermisse dich und hoffe, es geht dir gut.

Zuerst ging es mir sehr schlecht. Ich hatte eine große Schusswunde am linken Fuß. Die netten Ärzte haben mich aber gut gepflegt, jetzt habe ich nur noch einen kleinen Verband. Wahrscheinlich kann ich schon bald aus dem Lazarett. Dann werde ich zu dir kommen und immer bei dir bleiben!

Bis bald,

dein Anton

Zensur

Liebes Tagebuch,                                           05. Januar 1916

Heute die „Schocknachricht“ für uns: Eine neue Eisenbahn bauen. Es ist kalt und wir müssen frieren. Wie gerne wäre ich jetzt in Deutschland und nicht in Russland. 12 Stunden an einem Tag schwerste Arbeit! Mein Kollege und ich müssen es in zwei Wochen fertig haben. Wenn wir es nicht rechtzeitig schaffen, werden wir noch härter bestraft. Wenn man nicht vor lauter Kälte stirbt, verhungert man. Erst ein Brief aus Deutschland erreichte mich. Meine Familie wird glauben, dass ich schon lange gestorben bin. Wie lange wird der Krieg noch dauern?

Dein Helmut

Zensur

Liebe Jessica,

Es ist Tag 73 hier im Lazarett. Es ist eine Qual jeden Tag Geschrei zu hören. Geschrei von neu eingelieferten, verwundeten Soldaten. Mein Arm und mein linkes Bein wurden amputiert. Es schmerzt höllisch und die Operation war ohne Betäubung.

P.S. Ich werde wahrscheinlich in zwei Wochen endlich entlassen. Ich freue mich sehr auf dich. Ich hoffe, wir sehen uns bald!

Zensur

Liebste Marie,

Ich bin mit meinen Soldaten im Grandhotel Karersee angelangt. Es herrscht furchtbarer Unfrieden im ganzen Land. Häuser und Hotels werden einfach so vernichtet. In diesem Brief möchte ich dir mitteilen, dass wenig Chancen für eine Rückkehr bleiben. Ich vermisse dich sehr, kann aber meine Truppe nicht alleine lassen.

Trotz allem ist es hier komfortabel. Hunderte von Kronleuchtern ragen von der Decke herunter. Ab Morgen rücken meine Truppen wieder in den Krieg ein. Ich hoffe auf meine Rückkehr.

Denk an mich.

In Liebe, dein

Harald Franz Berger

Zensur

19. Jänner 1915 am Pordoijoch

Heint binni mit insorn Material ba dr Saalbohn ankemmen. Druntor isch es Pordoijoch gwesn.

I hon gmiast es gonza Material in dr Gondl innitian und de Kistn sain volle schwer gwesn. Und nochar honni fen Offizier keart, dassi mit dr Saalbohn mit audn fohrn muas. So, i steig inn in der Saalbohn und nor noch 10 Minuten isch donn de Gondl stian gabliebm und i hons ned vrstondn brumm.

Nor honni amol oidngschaug und af amol sein die Feinde do gwedn und af dr anen Seit san insre Leit kemmen!

I hon gadenkt i werr a Wagele und Ongst hon i kop. Zan Glick hom sa net ungfongn za schiaßn und die Bohn isch weitr gongen.

Zensur

… und zum Schluss eine Nachricht aus der Gegenwart:

Liebes Tagebuch,

nach zwei Tagen Suche ohne Erfolg am Ortler, habe ich es heute nochmals versucht. Die Suche auf 4000m am Gipfel war erfolglos. Somit habe ich die Suche auf 3000m fortgesetzt und habe Erstaunliches gefunden. Als ich um 6.00 Uhr aufbrach, war es nebelig und windig: Keine guten Voraussetzungen!

Um 8.00 Uhr kam die Sonne langsam zum Vorschein und so brauchte ich nicht lange zu suchen. Ich stieß auf eine Höhle im Berg. Ich fand dort einen rostigen Helm mit einem Loch. Ich befürchtete, es war ein Schuss. Dann habe ich mich weiter umgesehen und noch einen Schuss, einen Löffel und einen Fetzen Papier gefunden. Mit diesem Fund habe ich mich dann auf den Rückweg gemacht. Schauen wir, wie es weitergeht

Roland