150 Jahre Brennerbahn

Keine Blasmusik, keine Festreden, kein Böllerschießen: Ohne jede Feierlichkeit ging am 24. August 1867 die Brennerbahn in Betrieb. Im Juni war in Mexiko Kaiser Maximilian, ein Bruder Franz Josephs, erschossen worden. Österreich befand sich in Hoftrauer. Auf die Eröffnung der Brennerbahn wies deshalb nur ein schlichtes Zeitungsinserat der Südbahngesellschaft hin.

200 Tote für 125 Kilometer

Beim Bau der Bahnlinie über den Brenner waren 20.600 Arbeiter beschäftigt, ca. 14.000 kamen aus Italien. Sie lebten in Baracken entlang der Strecke. Die Arbeit war extrem schwer, die Ernährung mangelhaft, für die Sicherheit wurde wenig getan. Die Zahl der Todesfälle an der Brennerstrecke wurde auf über 200 geschätzt, genaue Zahlen gab es nie.

Zwei Schleifen als Attraktion

An der Brennerbahn wurde, wo immer es möglich war, auf teure Stützmauern und aufwändige Viadukte verzichtet. Mit nur 22 Tunnels und zehn Brücken kostete sie nur halb so viel wie die Semmeringbahn. Zur Überwindung der Höhendifferenz wurden an der Nord- und Südrampe zwei lange Schleifen eingezogen. Diese Kehrtunnel bei St. Jodok und im Pflerschtal galten als technische Sensation.

Ein teures Vergnügen

Dank der kürzeren Fahrzeiten war das Reisen im Zug zwar preisgünstiger als in der Kutsche. Doch auch das Vergnügen der Bahnreise konnten sich nur Wohlhabende leisten. Eine einfache Fahrt II. Klasse von Innsbruck nach Bozen kostete fünf Gulden – den Wochenlohn eines Arbeiters.

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