Berufliche Werdegänge – Hans Kreid (Teil 2)

 

Nach der Wintersaison in Nizza war Hans Kreid ausgelernt und beherrschte die Fremdsprachen Englisch und Französisch. Als „Sommelier mit zwei Fremdsprachen“, wie es im Fachchargon hieß, ging er in der Sommersaison 1896 in die Schweiz, ins Hotel Jungfrau nach Interlaken. Über das Jahr 1897 gibt es leider keine Informationen.

 

Im Sommer 1898 zog es Hans Kreid nach Südtirol, ins Trafoi-Hotel. In dieses Hotel I. Ranges sollte er noch für mehrere Sommersaisonen zurückkehren. Das Hotel befand sich in Trafoi an der Stilfserjochstraße, auf einer Meereshöhe von 1.570 m, was nur eine sehr kurze Saison von Juni bis Ende September möglich machte. Es wurde im Auftrag des Vereins für Alpenhotels vom Architekten Otto Schmidt projektiert und im Sommer 1896 eröffnet.

Unter Direktor Karl Dirks wurde Hans Kreid als 2. Sekretär engagiert und zählte nun zur Personalgruppe der Hotelbeamten.

Aber wo arbeitete Hans Kreid im Winter?

Wie viele andere Hotelangestellte zog es auch Hans Kreid in der Wintersaison in die Kairoer Hotels. Im Winter 1900/01, genauer von 18. Dezember 1900 bis 19. April 1901 arbeitete er als Sekretär im Grand Hotel Helouan (Kairo) unter Direktor Rudolf Springer.

Grand Hotel Helouan

 

Das Hotel gehörte wie auch das Hotel d’Angleterre oder das Grand Continental in Kairo zu den George Nungovich Hotels.

 

 

Hans Kreid in Ägypten

Hans Kreid mit Tropenhelm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch andere Hotelangestellte des Vereins für Alpenhotels arbeiteten im Winter in Ägypten.  Anton Aulich, Direktor des Karerseehotels, war in der Wintersaison 1896 Direktor im Kairoer Hotel d’ Angleterre der Nungovich Gruppe. Oder Hermann Rothe, Direktor des Sulden-Hotels, gab 1898 als Winteradresse das Luxor-Hotel in Ägypten an.

Brief von Louise Staffler an Marie Adami

 

Aber auch weibliche Hotelangestellte zog es nach Kairo. So findet sich in der Sammlung des Touriseums ein Brief der Chefin des Hotel Greif in Bozen an Fräulein Adami, die im Dezember 1912 im Kairoer Hotel Semiramis arbeitete.

 

 

 

 

Einen originellen Abschiedsgruß fand ich in der Meraner Zeitung von 1886:

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