Berufliche Werdegänge – Hans Kreid (Teil 3)

Die Sommersaisonen 1901 und 1902 verbrachte Hans Kreid  wieder im Trafoi-Hotel, unter Direktor S. F. Homburger. Er war nun auch in der Personalhierarchie vom 2. Hotelsekretär zum 1. Sekretär aufgestiegen und zählte zur Gruppe der besserverdienenden Hotelangestellten.

Hans Kreid erhielt monatlich 150 Kronen Gehalt plus 50 Kr. monatliche Gratifikation, die jedoch erst Ende der Saison ausbezahlt wurde.

Arbeitszeugnis von 1901

Arbeitszeugnis von 1902

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansichtskarte von Helouan

 

Im Winter 1903 ging er wieder nach Helouan, musste aber aufgrund des Todes seines Vaters, Johann Kreid, der am 28. November 1903 überraschend verstarb, nach Innsbruck zurückkehren, um das Hotel Kreid zu übernehmen.

 

Hotel Kreid, Innsbruck, nach einem Aquarell von F.A.C.M. Reisch

In den folgenden Jahren führte Hans Kreid das Innsbrucker Hotel erfolgreich und wurde dabei von Direktor Michael Mihatsch unterstützt, der wenige Jahre nach dem Tod von Johann Kreid, vermutlich im Jahr 1906, ins Hotel Kreid gekommen sein dürfte.

Michael Mihatsch hatte seine Laufbahn in Wien begonnen und wie Hans Kreid hatte er sich durch langjährige Tätigkeit im Ausland (London, Paris, Rom, Genf und Ägypten) reiche Sprach- und Fachkenntnisse angeeignet. Er gehörte seit 1900 dem Internationalen Genfer Verband an, einer weltumspannenden Standesvereinigung der Hotelangestellten, die 1877 in Genf gegründet wurde. 1931 feierte Mihatsch sein 25-jähriges Jubiläum im Hause.

Nach dem Tod der Mutter 1924 wurde das Hotel als offene Handelsgesellschaft geführt, deren Gesellschafter Hans Kreid und seine Schwester Maria Kreid verh. Andreatta waren.

 

 

Als Hans Kreid 1955 unverheiratet verstarb, vererbte er seine Hotelhälfte der Familie Liensberger/Eimannsberger, der er zeitlebens eng verbunden war.

 

Hans Kreid im Kreis der Familie Liensberger

 

Das Hotel Kreid war nach dem 2. Weltkrieg das am längstens von der Besatzung belegte Haus in Innsbruck. 1955 wurde es umgebaut.  Aber 1971 wurde es dann gänzlich abgerissen und an seiner Stelle entstand ein Neubau.

Karin Maringgele – wissenschaftliche Mitarbeiterin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.