Ich heiße Trolley

Trolley_Judith_Paone

von Judith Paone

Liebe Freunde und liebe Reisende!

Ich heiße Trolley und habe ein ganz tolles Leben: meine Hauptaufgabe ist das Reisen.

Mit meiner lieben Freundin Judith habe ich schon sehr viele Orte gesehen und bin mit ihr durch Europa gereist.

Sie hat mich sehr lieb, denn sie füllt mich immer nur mit den wichtigsten Sachen zum Reisen: einem Schlafanzug, einem Beauty Case und etwas Wäsche zum Wechseln. So wiege ich nicht zu viel und kann überall mitreisen.

Leider passierte es oft so, dass bei der Ankunft im Hotel meine Aufgabe erfüllt war und ich einfach dort gelassen wurde.

Ich möchte aber auch die schönen Städte und Orte besichtigen. So begann ich ganz fest zu beten, dass mich Judith überall mitnehmen solle…. Und es geschah!!

Nach unserer langen, Corona bedingten Ruhepause, starteten wir Anfang Juni 2020 endlich wieder gemeinsam: und zwar nach Rom!

Rom war so wunderschön wie noch nie: alles sehr sauber, wenig Leute, viel Ruhe und ich konnte mir das Kolosseum, den „Vittoriano“ und die „Fori imperiali“ aus meiner Augenhöhe anschauen, denn es waren keine Leute vorhanden. Ein echt tolles Erlebnis, das ich noch nie hatte.

Sobald wir im Hotel angekommen waren, hat mich Judith ausgepackt und weggeräumt, denn sie ging duschen und Abendessen. Ich wartete traurig, dass sich mein Gebet erfülle und ich mit ihr durch die Stadt spazieren dürfe….

Am nächsten Morgen geschah das Wunder: Judith nahm mich leerer mit!! Ich war sprachlos: wie ist das möglich? Ich war ja leer? Welche Funktion hatte ich? Wurden meine Gebete einfach erhört?

Wir starteten gemeinsam durch die Straßen Roms, besichtigten gemeinsam das wunderschöne Pantheon, den riesigen Navona Platz, die berühmte Fontana di Trevi und kamen endlich zum „Quirinale“. Dort besichtigte Judith die Ausstellung von Raffael Sanzio und nach 2 Stunden Wartezeit wurde ich wieder abgeholt und mit Katalogen der Ausstellung gefüllt. Aha: also wurde ich für die Kunst und Kultur benötigt: das ist ja ganz toll!

Anschließend schlenderten wir zur einmaligen Piazza di Spagna und saßen an der „Fontana della Barcaccia“, wo Judith aus dem Reisebuch las, dass Bernini dort ein hydraulisches Wunder bewirkte: es gab an diesem Ort zu wenig Wasserdruck und so konnte man keinen Springbrunnen erbauen, wie Papst Urban VIII angeordnet hatte. Nach einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1598 wurde der Platz überschwemmt und ein Boot strandete hier. Bernini nahm diese Katastrophe als Idee auf und errichtete eine Barkasse, ein Boot als Brunnen, welches unter der Platzhöhe errichtet wurde und somit den schwachen Wasserdruck in einen herrlichen Springbrunnen verwandelte.

Ich war von den historischen Geschichten dieser Stadt so begeistert, dass ich nicht mehr nach Hause wollte. Wir besichtigten noch die Villa Borghese und deren Park, wo ich als Polster für eine Ruhepause dienen durfte. Nach vier Tagen kultureller Entdeckungen, mussten wir wieder nach Hause reisen.

Zu Hause wurde ich ausgepackt, gesäubert und gewaschen, damit ich für die nächste Reise nach Abruzzen und Molise bereit war.

Von Juni bis Oktober 2020 habe ich die Region Molise, die Marchen, Abruzzen, Latium und die schöne Stadt Siena besichtigt: es war überall sehr schön und ich konnte viele interessante Sehenswürdigkeiten, sowie die Herrlichkeit der harmonischen Landschaften mit ihrer reinen Natur genießen!

Nun bin ich im Winterschlaf und warte geduldig, dass diese Corona Pandemie zu Ende geht, damit ich ab Mai 2021 mit meiner Freundin Judith wieder durch die Welt reisen kann.

Ich plane schon eifrig unsere nächsten Reisen in interessante Ortschaften und Kulturstätten und freue mich schon sehr darauf! Darüber erzähle ich euch aber bei der nächsten Gelegenheit.

Wünsche euch inzwischen viel Unternehmungsgeist, Gesundheit und interessante Reisepläne!

Jede Woche eine neue Koffergeschichte!

Hier geht’s zum Podcast.

Eine Begleitaktion zur Sonderausstellung „Packen, tragen, rollen – Reisegepäck im Wandel der Zeit“ (2021)

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