Nichts als Trauben

Die Traubenzeit hat begonnen. In Meran hat der Verzehr von Weintrauben eine lange Tourismusgeschichte.

trinkkurwandelhallemeranunapodzimpdf„Die Traubenkur gebraucht man bei trägem Stuhlgange, unregelmäßiger Gallenabsonderung, in der Vollblütigkeit des Unterleibs, bei Augen- und Ohrenleiden, Bluthusten, Verschleimungen…“*

Die Einnahme sollte schon am frühen Morgen beginnen, begleitet von mäßiger Bewegung. Der tägliche Konsum war bis auf drei Kilo zu steigern, am besten ohne jede andere Mahlzeit.s25c-416082911130-2

„Man beginnt mit einer Traube, saugt den Saft aus den Beeren, ohne zu viel Luft dabei zu verschlingen und sucht Kerne so viel aus möglich zu entfernen.“*

Auf den Spazierwegen wurden den Kurgästen Papiertüten gereicht – mit der Ermahnung, die leer gesaugten Traubenschalen nicht auf den Boden zu spucken.

Anfangs aß man zur Kur weiße Trauben direkt aus den Weinäckern; später setzte sich wegen der dünneren Schalen die blaue Vernatsch-Traube durch, die man ab 1851 im neuen „Cursaal“ bezog.

mez_1896_09_27_14_object_660077*Meraner Reisefuhrer, 1837.

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