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Interessanter Neuzugang

 

Heute stellen wir euch eine entzückende und interessante Schenkung von Herrn Hans Kolarczyk vor: eine Sammlung der Zeitschriften “Il Touring” der Jahrgänge 1954 bis 1966. Es handelt sich dabei um Publikationen des Touring Club Italia für seine Mitglieder.

Touring

Blättert man die alten Seiten durch, entdeckt man verschiedene und kuriose Mitteilungen, die nicht nur den touristischen Bereich betreffen, sondern auch über Wirtschaft und Umwelt berichten, kulturelle Themen behandeln, oder aber auch spannende Themen technischer Natur beleuchten, wie z.B. den Verkehr und die Straße, das Campen und die notwendige Ausrüstung oder die Fotografie. Auch die Unterhaltung wurde nicht vergessen. Man findet Mitteilungen über Wettbewerbe, an denen sich die Mitglieder beteiligen konnten, z.B. über einen Fotografie-Wettbewerb oder ein Wissens-Quiz zur Sicherheit auf der Straße.

Touring1

von Sandra Soffiatti und Karin Maringgele

Zweimillionste Besucher(innen) kommen aus dem Pustertal

Das Südtiroler Landesmuseum für Tourismus in Meran hat am Donnerstag den zweimillionsten Besucher seit seiner Eröffnung im Jahre 2003 begrüßt. Anna Galler und Anna Graf aus dem Pustertal freuten sich sehr über den prominenten Empfang im Schlosshof.

von links nach rechts: Landesrätin Sabina Kasslatter Mur, Anna Graf, Anna Galler, Bundesministerin Claudia Schmied, Vizedirektor Patrick Gasser, Museumsdirektor Paul Rösch

von links nach rechts: Landesrätin Sabina Kasslatter Mur, Anna Graf, Anna Galler, Bundesministerin Claudia Schmied, Vizedirektor Patrick Gasser, Museumsdirektor Paul Rösch

Kulturlandesrätin Sabina Kasslatter Mur überraschte zusammen mit der österreichischen Bundesministerin Claudia Schmied Anna Graf aus Pfalzen und Anna Galler aus St. Lorenzen mit einem Blumenstrauß, einer Familien-Jahreskarte für die Südtiroler Museen sowie einer Tasche mit Publikationen des Touriseums.

Am Samstag, 21. September beteiligt sich das Touriseum an der Langen Nacht der Museen. Dieser Abend bietet die einmalige Gelegenheit Schloss Trauttmansdorff und das Touriseum bis Mitternacht zu besuchen. Der Eintritt ist ab 19 Uhr frei.

Foto: Touriseum/Simon Staffler

„Was um alles in der Welt machst du im Touriseum?“

Diese Frage bekam ich in den letzten Tagen vor Beginn meines Praktikums des Öfteren zu hören. Meine Freunde, Kollegen, Bekannten, Eltern, eigentlich alle wollten wissen was ich denn de facto im Landesmuseum für Tourismus in Meran tun würde. Meine saloppe aber ehrliche Antwort: „Keine Ahnung“. Und so kam es, dass ich am 9. Juli die Pforten des Tor Nr. 4 um 8.30 Uhr in der Früh passierte um mich ins Ungewisse zu stürzen. Naja, so ganz ungewiss war es ja doch nicht, ich hatte mich ja zuvor schon im Touriseum vorgestellt und kannte einige Angestellte. Dennoch hatte ich arbeitstechnisch keinen blassen Dunst was mich erwarten würde. So stand ich da im Aufzug auf dem Weg in den dritten Stock des Schlosses, dahin wo Touristen keinen Zugang haben und nur die Landesangestellten hindürfen. Empfangen wurde ich dann prompt von den lachenden Gesichtern meiner zukünftigen Arbeitskollegen und gutem (!) Kaffee. Der Direktor Paul Rösch meinte scherzend etwas später während meines Praktikums zu mir „wir haben zwar kein Geld, aber dafür einen guten Kaffee“. Da kann ich ihm nicht widersprechen (und wer weiß ob Zweiteres in manchen Lebenssituationen nicht wichtiger ist als Ersteres?!). Das Einleben in die neuen Arbeitsrhythmen fiel mir nicht schwer, auch deshalb nicht, weil ich jeden Morgen von meinem Fenster im Büro aus direkt den ganzen botanischen Garten überblicken konnte. Während so mancher Angestellter anderswo in seinem Glaskäfig vor sich hin schwitzt, hatte ich in der Früh immer ein kühles und luftiges Büro (das eigentlich mehr einer Bibliothek ähnelt) und den ganzen Tag lang ein erfrischendes Dasein. Die Rahmenbedingungen für meine drei Monate als Praktikant waren also schon mal top. Zurück zur anfänglichen Fragestellung: Was ich denn nun mache? Um es mit den Worten meines Tutors zu formulieren: Alles ein bisschen. Das ist keineswegs gelogen! Um es im „Shopping-List“-Stil aufzuzählen: Ich nehme an Sitzungen teil, kann mich auf kreative Art und Weise einbringen, habe Recherchen und Katalogisierungen zu tätigen, Archivarbeit, Übersetzungen, Öffentlichkeitsarbeit, Nachforschungen, Betreuung der Online-Plattformen, betreibe Beratung und Verbesserungsvorschläge…und ich bin erst seit eineinhalb Monaten hier. Wer weiß was alles noch kommen wird! Bis dato gefällt mir mein Praktikum sehr gut und ich schätze es sehr, dass ich eigenständig arbeiten und mich einbringen kann. Auch herrscht im Büro eine enorme Flexibilität, welche ich sehr genieße und mir für meine zukünftigen Arbeitsstellen wünsche. Was ich aber am meisten an diesem Praktikum in Ehren halte ist der Fakt, dass ich jede Menge über meine Heimatstadt Meran dazulerne und (wieder-)entdecke. Alte Gebäude, Gesellschaften, längst vergessene Veranstaltungen & Events, vergangene Persönlichkeiten und ein Überfluss an Geschichts- und Tourismuskultur werden mir auf interessante und erfrischende Art und Weise beigebracht.
Was will man als wissensdurstiger Praktikant mehr?
Simon Staffler, Meran

Willkommen zurück!

Aufgepasst: Das Touriseum startet eine neue Aktion!
Zum 10-jährigen Jubiläum ist es unser Anliegen zur Abwechslung unsere BesucherInnen in den Mittelpunkt zu stellen. In den vergangenen Jahren sind viele Menschen aus Nah und Fern durch unser Schloss gewandert und haben sicherlich den einen oder anderen Eindruck mitnehmen können. Aber nicht nur. Was ist (mittlerweile) das typischte Accessoire eines modernen Touristen? Richtig, seine Digitalkamera. Jeder möchte gerne Fotos aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen um in einem zweiten Moment eine tolle Erinnerung an seinen Aufenthalt zu haben. Wir sind uns sicher, dass in 10 Jahren Touriseum eine Menge Fotos von unseren Besuchern entstanden sind und genau jene suchen wir jetzt! [singlepic id=104 w=320 h=240 float=]
Haben SIE Fotos von sich selbst vor/im/um das Touriseum. Ja? Dann schicken sie es uns doch zu! Wir verewigen SIE in unserem Museum. Mit der Aktion „Willkommen zurück“ wollen wir unseren Besuchern mehr Raum im Museum geben indem wir eine große Foto-Collage mit Besucherfotos aus den vergangenen Jahren im Eingangsbereich gestalten! Also, machen Sie mit und seien SIE einmal Teil eines Museums!
Die Fotos können uns via Mail unter touri@touriseum.it zugeschickt oder auf unsere Facebook – Seite gepostet oder als Privatnachricht versendet werden.

Wir vom Touriseum sind schon sehr gespannt auf die vielen Eindrücke!

Eine gelungene Überraschung

Ein Strauß Rosen weckt bei Ilse Prugger aus Olang Erinnerungen an ein heikles Erlebnis mit einem Gast.

Als Frau Prugger in einem Hotel am Gardasee als Rezeptionspraktikantin arbeitete, geschah Folgendes: Ein Paar, er schon graumeliert, sie noch ziemlich jung, hatte schon einige Urlaubstage genossen, als eine Dame auftauchte, die freudestrahlend an der Rezeption verkündete, sie  wolle mit ihrem unangemeldeten Kommen ihrem Mann eine freudige Überraschung bereiten. Ein warnendes Fußzeichen des Hoteliers ließ die damals noch sehr junge Ilse verstummen. Der Chef bat die Dame auf der Terrasse Platz zu nehmen, der Herr Gemahl sei unterwegs und werde sicher bald kommen, das Zimmer werde gerade geputzt.

In Windeseile wurde der Gast gewarnt, die Begleiterin „verräumt“, das Zimmer aufgeräumt und der Herr Gemahl konnte gerührt seine Angetraute in die Arme schließen. Er bestellte einen Strauß Rosen, den er seiner Gattin am Abend zum Dank für die gelungene Überraschung überreichte.

Rosen

Süße Erinnerungen

Waltraud Wallnöfer aus Bozen erzählte bei unserer Aktion “Die Gäste und wir” von der Schokoladenseite ihrer Begegnungen mit den Touristen im eigenen Land:

Schoko

Frau Waltraud und ihre Schwester freuten sich immer sehr, wenn Gäste aus dem Ausland, vor allem aus Österreich, erwartet wurden. Diese brachten für die kleinen Südtiroler Schleckermäulchen nämlich meistens etwas Süßes, unbeschreiblich Gutes mit: lila Schokolade, die es in den Fünfzigerjahren hierzulande noch gar nicht gab.

Eine Orange als Trinkgeld

Eine neue Geschichte aus unserer Aktion “Die Gäste und wir” von Anna Wiedemann aus Bozen:

1949 arbeitete Frau Anna Wiedemann als Zimmermädchen in Hinterstoder in jenem Hotel, in dem die österreichische Nationalmannschaft logierte. Auch der 1935 geborene Alpinskifahrer Toni Sailer, der ab seinem 16. Lebensjahr von Sieg zu Sieg fuhr, 1956  gleich drei goldene Olympiamedaillen errang und seine Sportkarriere schon mit 22 Jahren beendete, war Mitglied der Jugendmannschaft. Am Ende des Trainings schenkte der „Schwarze Blitz aus Kitz“  Anna eine Orange als Trinkgeld.

Orange

Aktion “Die Gäste und wir” – Der Bierkrug

Seit Februar besucht das Touriseum Seniorenclubs in Südtirol. Bei den Treffen erzählen Seniorinnen und Senioren anhand von mitgebrachten Objekten von ihren Begegnungen mit den Touristen im eigenen Land.

Die Erinnerungen von Anna Anrather aus Bozen haften an einem Bierkrug.

Bierkrug

Als junges Mädchen arbeitete Frau Anna Anrather beim Rösslwirt in Bozen. Beim Anblick des feschen Sohnes einer Gastfamilie aus München klopfte ihr Herz damals laut und stürmisch…

Zum Abschied schenkten ihr die Bayern einen Bierkrug mit der Aufschrift: „München-Weltstadt mit Herz“ und ahnten nicht, dass es Annas Herz war, das die Weltstadt für ein gutes Weilchen gefangen hielt. Der junge Mann ist übrigens wieder beim Rössl-Wirt eingekehrt – mit seiner Braut. Aber den Bierkrug hat Anna noch immer, als Erinnerung an eine Jugendschwärmerei.

Darauf durfte ein gut ausgerüsteter Tourist im Jahr 1908 nicht verzichten

Eine der neuesten Errungenschaften des Touriseums sind mehrere Ausgaben der Österreichischen Touristen-Zeitung aus den Jahren 1904 bis 1908.

Touristenpflaster

Kurios sind dabei vor allem die zahlreichen Werbeanzeigen auf den letzten Seiten der Zeitung. Sie verraten einiges über die damals angemessene Bekleidung und Ausrüstung für Touristen: von eigenen Touristenpflastern und wasserdichten Wetterkrägen bis hin zur schicken Touristenkappe.

TouristenKappe

Eine kleine aber feine Reise in die Vergangenheit anhand von Stempeln…

von Karin Maringgele

Beim Eintragen mehrerer Neuzugänge in unsere Objekt-Datenbank, stoße ich auf ein Werbeprospekt des Hotel Post in St. Anton am Arlberg.

Auf der Vorderseite befindet sich ein nur zum Teil lesbarer Stempel/Aufdruck, der meine Neugierde weckt:

Reise1

„Ufficio viaggi (…) & (…) Biedermann (…)ano R(…)se(…)o“

Ein Bankhaus mit Wechselstube „D. & J. Biedermann“ gab es in Meran von 1832 bis 1932. Aber ein gleichnamiges Reisebüro?

Die Suche in unserer Datenbank spuckt ein interessantes Objekt aus: Inventarnummer 4081969: eine Reise-Coupon-Mappe des „Welt Reise Bureau Thos. Cook & Son“. Zwischen der goldfarbenen Schrift auf der Vorderseite klebt ein kleineres, rotes Logo: „D. & J. Biedermann – Bankgeschäft – Meran“.

War das Bankhaus also nicht nur im Wechselgeschäft sondern auch im Reisegeschäft tätig?

Die Coupon-Mappe muss her!

Im Inneren der Mappe finden sich zwar keine Coupons mehr, aber ein Antragsformular zum Abschluss einer Reise-Unfall-Versicherung und auf der letzten Seite wieder ein Stempel:

Reise2

„D. & J. Biedermann Bank – & Wechsel – Geschäft Meran – Agentur von Thos. Cook & Son Weltreisebureau“

Und eine Liste aller Filialen und Correspondenten der Thomas Cook & Son.

Reise3

Das Bankhaus war als Unteragentur tätig, die nur zur Verausgabung von Fahrkarten und Reisecoupons berechtigt war.

Und damit schließt sich auch der Kreis zum Hotel-Prospekt von St. Anton und die Frage der Datierung. Da das Bankhaus 1932 schloss, war vermutlich auch die Funktion als Reiseagentur ab diesem Datum beendet.

Das Prospekt des Hotel Post, 1928 von Clemens Holzmeister umgebaut, muss vor 1932 mit dem Stempel des Reisebüros Biedermann versehen worden sein.

Vielen Dank an den Schenker, Gerd Reinstadler, der diese kleine Reise in die Vergangenheit ermöglicht hat.

Reise4